1. Ausgangssituation und Zielsetzung

Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die im September 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen in New York verabschiedet wurde, hat sich die Staatengemeinschaft das Ziel gesetzt, die Basis für globalen wirtschaftlichen Fortschritt unter Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit und der ökologischen Grenzen unseres Planeten zu schaffen. Der Agenda liegen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zugrunde. Diesen Zielen sind die sogenannten „5 Ps“ (People, Planet, Prosperity, Peace, Partnership) als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt. Dem ersten dieser Prinzipien, den Menschen, möchten sich die Repräsentanz Berlin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) gemeinsam über das Fotoprojekt „Vom Weggehen und Ankommen“ nähern. Das Projekt setzt sich fotografisch damit auseinander, welche persönlichen Erfahrungen Menschen sammeln, die ihre gewohnte Umgebung verlassen und sich in einer neuen Umwelt wiederfinden. Weiterhin fragt es danach, inwiefern diese Personen von Strukturen bürgerschaftlichen Engagements profitieren, die sie auffangen und unterstützen. Darüber hinaus stehen auch Menschen im Fokus, die selbst einen Teil dieses Engagements darstellen. Durch die Betrachtung dieser Thematik versucht das Projekt aufzuzeigen, inwiefern Individuen oder Gruppen von Menschen durch ihr persönliches Engagement von der kommunalen bis zur globalen Ebene dazu beitragen, die Umsetzung der Agenda 2030 voranzutreiben.

Im Jahr 2008 ist in der GIZ-Repräsentanz Berlin die Idee entstanden, Kunst- und Kulturschaffende bei der Bearbeitung eines spezifischen Themas mit Relevanz für nachhaltige Entwicklung aktiv einzubeziehen. Seither wurden jährlich Workshops durchgeführt, jeweils wechselnd in Deutschland oder einem Partnerland des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Deutsche und internationale Fotografinnen und Fotografen aus verschiedenen Partnerländern beschäftigten sich in den Workshops mit der Erarbeitung von Ideen und Präsentationsformaten zu einem vorgegebenen Thema der Internationalen Zusammenarbeit und setzten diese mit ihren individuellen fotografischen Mitteln um. Themen vorangegangener Fotografenworkshops waren u. a. „Transformation“ sowie „Werte und Religion“. Die entstandenen Fotografien wurden im Rahmen einer Vernissage der GIZ-Repräsentanz Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Anschluss erhielten Besucherinnen und Besucher für die Dauer von zwölf Monaten die Möglichkeit, sich mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen und somit neue Perspektiven und Impulse zu gewinnen. Die Ausstellungen wurden in den vergangenen Jahren neben der Berliner Repräsentanz auch an anderen Standorten der GIZ im In- und Ausland gezeigt bzw. in den Mittelpunkt von Veranstaltungen in Partnerländern gestellt.

Die fotografische Bearbeitung des diesjährigen Themas „Vom Weggehen und Ankommen“ erfolgt in Kooperation mit dem BBE. Das BBE ist ein Zusammenschluss von über 260 Organisationen aus Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft. Übergeordnetes Ziel des Bundesnetzwerkes ist es, die Bürgergesellschaft und das bürgerschaftliche Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen nachhaltig zu fördern. Im Rahmen einer eigenen Arbeitsgruppe, beim unterstützenden Aufbau eines bundesweiten Elternnetzwerks von Migrantenorganisationen sowie eines vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) geförderten Fachprojekts zur Förderung von Patinnen und Paten sowie Mentorinnen und Mentoren bei der Begleitung von Flüchtlingen bildet „Migration, Vielfalt und Teilhabe“ einen der Arbeitsschwerpunkte des BBE. Zudem bewegen sich zahlreiche Organisationen, die mit dem BBE über die jährliche deutschlandweite Kampagne „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ verbunden sind, im thematischen Feld des „Weggehens und Ankommens“. In den letzten Jahren (vor allem seit 2015) hat sich in Deutschland im Bereich der Zuwanderung eine bemerkenswerte Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements entwickelt. Die Begleitung des „Weggehens und Ankommens“ durch freiwilliges Engagement ist dabei, so zeigt die Erfahrung, mindestens so bedeutsam wie die Versorgung mit Leistungen der staatlichen Daseinsvorsorge.

2. Motive und Teilnehmende

Gegenstand der Fotoserien soll eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Weggehen und Ankommen“ sein. Der Verlust des Gewohnten bzw. die Entdeckung eines neuen sozialen Umfeldes – sei es freiwillig oder unfreiwillig – soll im Mittelpunkt der fotografischen Werke stehen. Zur Teilnahme am Fotoprojekt sind all jene eingeladen, die entweder ihre persönliche Perspektive auf die Thematik in Form von Fotos darstellen oder aber als außenstehende Beobachterin/außenstehender Beobachter die Erfahrungen einzelner Personen oder Gruppen dokumentieren möchten. Die Teilnehmenden sind somit aufgefordert, ihre eigene Geschichte oder die ihres Umfeldes fotografisch festzuhalten. Hierzu zählen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung, aber auch Personen, die sich im In- und Ausland sozial engagieren und damit vielfältige Möglichkeiten aufzeigen, wie mittels bürgerschaftlichem Engagements ein Beitrag zu den 17 Zielen der Agenda 2030 geleistet werden kann. Bewusst wird auf die Teilnahme professioneller Fotografinnen und Fotografen verzichtet. Mit diesem Ansatz zielt das Projekt auf eine heterogene Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Es will somit Ideen für Beteiligungsmöglichkeiten liefern und einen Beitrag zum Austausch zwischen Menschen leisten.

3. Rahmenbedingungen

Eine Ausschreibung, die über die Netzwerke der GIZ und des BBE gestreut wird, ruft Interessierte auf, eine Fotoserie von ca. 20 Fotos zum Thema „Vom Weggehen und Ankommen“ einzureichen. Die Thematik des bürgerschaftlichen Engagements findet als zentrales Kriterium entsprechende Berücksichtigung.

Eine unentgeltlich arbeitende Jury, bestehend aus fünf Personen, wählt unter den Einsendungen zehn Fotoserien aus, die für Ausstellungen großflächig gedruckt und in einen Katalog aufgenommen werden.

4. Geplante Ausstellungen

Geplant ist eine zwölfmonatige Ausstellung in der GIZ-Repräsentanz Berlin ab Frühjahr 2018. Neben dieser Ausstellung sollen die Fotos auch an den GIZ-Standorten Eschborn und Bonn gezeigt werden. Zudem wird die Ausstellung im Rahmen der „14. Woche des Bürgerschaftlichen Engagements“ des BBE im Herbst 2018 präsentiert. Weiterhin wird das BBE gegebenenfalls weitere Ausstellungen durchführen.

Konzept als PDF-Datei